Schiffsbilder MS "Völkerfreundschaft"

FDGB Urlauberschiff MS Völkerfreundschaft

 

 

Das Passagierschiff Stockholm wurde 1946 in der Werft Götaverken in Göteborg (Schweden) gebaut und zunächst auf Transatlantik-Fahrten eingesetzt. Später wurde es mehrfach umgebaut und umbenannt. Es ist bis heute im Einsatz und somit das am längsten im Dienst befindliche Transatlantik-Schiff der Welt.

 

Spätere Namen für dieses Schiff waren: Völkerfreundschaft, Volker, Fridtjof Nansen, Surriento und Italia Prima. Derzeit heißt es Athena.

Die Jungfernfahrt absolvierte das Schiff am 21. Februar 1948 auf der Strecke von Göteborg nach New York. 1952 wurde es umgebaut und hatte seitdem 12.644 BRT und Kapazität für 86 Passagiere 1. Klasse und 584 für die Touristenklasse.

 

Am 25. Juli 1956 lief die Stockholm aus New York aus und kollidierte kurz vor Mitternacht in einer Nebelbank nahe Nantucket mit dem doppelt so großen italienischen Liner Andrea Doria, den sie mittschiffs steuerbordseitig traf. Die Andrea Doria sank 11 Stunden später, 46 Menschen (von 1.706) starben; auf der Stockholm gab es fünf Todesopfer. Sie nahm einen Teil der geretteten Passagiere (545) von der Andrea Doria auf und fuhr nach New York zurück, wo sie bis zum 5. November ein völlig neues Vorschiff (Bug) erhielt. Die eigentliche Ursache für das Unglück konnte nicht geklärt werden, beide Brückenbesatzungen hatten das jeweils andere Schiff auf ihren Radarschirmen gesehen.

 

Am 3. Januar 1960 wurde das Schiff vom FDGB mit Mitteln aus der Steckenpferd-Bewegung gekauft und in Völkerfreundschaft umbenannt. Es wurde zu einem Einklassenschiff mit 568 Passagieren und 12.442 BRT umgebaut und folgend für eigene Urlaubsfahrten genutzt, aber auch an fremde Gesellschaften verchartert. Während der Kubakrise im Oktober 1962 durchfuhr das mit Urlaubern besetzte Schiff die US-amerikanische Blockadelinie und erreichte unversehrt Kuba.

 

Die Stockholm wurde während ihrer Zeit als Völkerfreundschaft zwei weitere Male geringfügig umgebaut. Nachdem die DDR 1985 die moderne Astor gekauft und in Arkona umbenannt hatte, verkaufte sie die Völkerfreundschaft wieder. Der neue Reeder war nun Neptunus Rex Enterprises, welcher das Schiff in Volker umbenennen ließ und im August im Oslofjord vertäute. Im September 1985 wurde es nach Southampton verlegt.

 

Am 20. Dezember 1986 wurde das inzwischen vierzig Jahre alte Schiff in Fridtjof Nansen umbenannt und in Oslo als Asylbewerberunterkunft stationiert. Nach einem weiterem Verkauf im Mai 1989 wurde es an die Star Lauro SpA verkauft, nach Genua geschleppt und zunächst in Surriento umbenannt. Ab 1992 wurde es unter der Leitung des italienischen Architekten Beppe de Iorio in ein modernes Kreuzfahrtschiff umgebaut, wobei vom alten Schiff lediglich ein Teil des besonders stabilen Schiffsrumpfes verblieb. Ab 1995 war das Schiff der Reederei NINA Spa. für mehrere Charterer im Dienst, darunter Neckermann Seereisen.

 

Ab 1999 kam sie als Valtur Prima für Rundreisen ab Kuba zum Einsatz. 2004 kaufte der Reeder George P. Potamianos das Schiff für seine Reederei CIC Classic International Cruises und benannte es nach einer umfänglichen Renovierung 2005 in Athena um. Ab 2007 war die Athena für den deutschen Veranstalter Vivamare Urlaubsreisen im Einsatz, der zwischenzeitlich in Insolvenz ging. 2009 gab die Athena ein kurzes Gastspiel bei Phoenix Reisen als Ersatz für die Alexander von Humboldt. Das Schiff wurde im September 2012 wegen offener Forderungen von Gläubigern der Reederei in Marseille arrestiert.

 

 

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